Frau steht vor dem Spiegel und betrachtet sich kritisch - unzufrieden mit deinem Körper

Unzufrieden mit deinem Körper? Warum sich Selbstkritik und emotionales Essen oft gegenseitig verstärken

Du ziehst dich morgens an, schaust in den Spiegel und sofort fällt dein Blick auf deinen Bauch, deine Oberschenkel… Auf alles, was dir an dir nicht gefällt. Zwei Sekunden später ist deine Laune schlagartig nicht mehr so gut, wie sie gerade noch war. Und in deinem Kopf dominieren Gedanken, die alles andere als freundlich sind. Oder es ist ein Foto vom letzten Wochenende, das eine Freundin dir geschickt hat. Ihr hattet einen lustigen Abend zusammen. Aber die Erinnerung an die schönen Momente verblasst, weil du nur noch deine Problemzonen auf dem Foto siehst.

Was hier passiert, hat meistens wenig mit dem eigentlichen Bild zu tun. Wenn ein einziger Blick in den Spiegel oder auf ein Foto von dir nachhaltig deine Laune beeinflusst und dazu führt, dass du den Tag voller Verzicht und Plänen für die nächste Diät verbringst, steckt mehr dahinter.

Der Blick in den Spiegel, wenn du mit deinem Körper unzufrieden bist

Wenn du dich in deinem Körper nicht wohl fühlst, dann ist ein Blick in den Spiegel selten neutral. Er fällt zuerst auf die Stellen, die dich am meisten stören. Den Bauch, die Oberschenkel, die Hose, die heute enger sitzt als letzte Woche. Du betrachtest dich nicht einfach objektiv im Spiegel, sondern du bewertest, was du siehst.

Das ist zum Teil normal. Dein Blick registriert zuerst, was dich am meisten beschäftigt. Wenn du seit Jahren mit deinem Gewicht und deinem Essverhalten kämpfst, steht genau das ganz oben auf der Liste.

Der Blick landet dort, wo deine „Problemzone“ ist. Nicht dort, wo objektiv betrachtet tatsächlich ein „Problem“ ist 😉.

Frau sitzt introspektiv vor einem großen Spiegel und schaut nach unten - kritischer erster Blick auf den eigenen Körper

Aus diesem bewertenden Blick wird meistens sofort ein Gedanke, der wahrscheinlich häufig so oder so ähnlich in deinem Kopf klingt: „Ich bin viel zu dick.“ Und dahinter steckt in irgendeiner Form häufig: „So, wie ich bin, bin ich nicht richtig.“ oder „So, wie ich bin, bin ich nicht gut genug.“ Und oft kommt direkt noch ein ganzer Haufen unfreundlicher Gedanken hinterher. In dem Moment fühlen sich diese Gedanken wie eine Tatsache an, nicht wie eine Interpretation. Genau das macht sie so machtvoll.

Warum so ein Moment deine Stimmung so stark verändern kann

In der Arbeit mit Kundinnen sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Der Blick auf sich selbst löst Scham, Wut und Verzweiflung aus. Alles sehr intensive Gefühle, die man am liebsten nicht fühlen möchte. Das führt oft dazu, dass sie einfach weggedrückt und weggelächelt werden. Vor allem, wenn du direkt danach wieder funktionieren musst, weil dein Kind sein Frühstück möchte oder dein Chef, dass du möglichst schnell deine ToDos erledigst.

Diese unangenehmen Gefühle entstehen nicht durch das, was im Außen passiert. Also durch das, was du im Spiegel siehst. Sie entstehen dadurch, wie du das, was du siehst, interpretierst und bewertest.

Der Körper reagiert auf solche Gefühle oft ähnlich wie auf Stress. Der Puls steigt leicht an. Du willst dich am liebsten unsichtbar machen. Oder es kommt zum Beispiel ein Ziehen im Bauch dazu. Und wenn du deine Gefühle nicht fühlst, sondern wegdrückst, können sie nicht wieder gehen und zeigen sich oft deutlich auf körperlicher Ebene.

👉 Mehr darüber, wie Stress und Anspannung sich auf dein Essverhalten auswirken, kannst du auch hier lesen.

Unzufriedenheit mit deinem Körper zeigt sich häufig auch beim Essen

Nach so einem Moment vor dem Spiegel oder dem Blick auf ein Foto, auf dem du dir nicht gefällst, passiert bei vielen Frauen eines von zwei Dingen.

  1. Die eine Reaktion ist Kontrolle. Ab jetzt wird wieder streng gegessen. Das Frühstück fällt aus. Die Portionen werden kleiner. Vielleicht kommt noch eine zusätzliche Sporteinheit dazu, mehr aus Strafe als aus Freude an der Bewegung.
  2. Die andere Reaktion ist das genaue Gegenteil: Jetzt ist es sowieso egal. Dann kommt die Schokolade, die Chips, irgendetwas, das für ein paar Minuten das unangenehme Gefühl übertönt. Das ist emotionales Essen. Ein Gefühl, das gerade zu groß ist, sucht sich über das Essen kurz Erleichterung, ganz unabhängig vom körperlichen Hunger. Essen ist in diesem Moment eine der zugänglichsten Möglichkeiten, kurz davon abzulenken.

Manchmal wechseln sich beide Reaktionen sogar innerhalb weniger Stunden ab. Erst die strenge Ansage an dich selbst. Dann am Abend doch der Griff zum Süßen, weil die Anspannung vom Morgen immer noch da ist oder es einfach unmöglich ist, die strengen Regeln dauerhaft durchzuhalten.

Beides sind Versuche, mit demselben unangenehmen Gefühl umzugehen, nur in entgegengesetzte Richtungen.

So entsteht ein Teufelskreis aus Unzufriedenheit mit sich selbst und emotionalem Essen. Ein ganz normales Mittagessen kann sich dann plötzlich nach Kontrollverlust anfühlen, obwohl objektiv nichts Ungewöhnliches passiert ist. Die Portion war vielleicht völlig angemessen.

Füße auf einer Waage, im Hintergrund Schokolade und Süßigkeiten - Zusammenhang zwischen Körperunzufriedenheit und emotionalem Essen

Und trotzdem hast du bei jedem Bissen ein schlechtes Gewissen, weil du mit deinen Gedanken nur bei deinem zu dicken Bauch bist und bei der Frage, warum du es einfach nicht schaffst, endlich abzunehmen.

👉 Wenn du mehr darüber wissen willst, warum ein Teil von dir manchmal gegen genau diese Veränderung arbeitet, schau mal in diesen Blogartikel: Essverhalten ändern: Warum ein Teil von dir gar nicht will, dass es klappt

Warum das, was du bisher probiert hast, so wenig verändert

Wahrscheinlich hast du längst einiges ausprobiert. Weite, dunkle Kleidung zum Beispiel, weil du dich darin verstecken und deine Problemzonen kaschieren kannst. Bei Fotos versuchst du immer in der letzten Reihe zu stehen. Vielleicht sagst du dir täglich Selbstliebesätze vor, aber irgendwie kannst du sie dir selbst einfach nicht so richtig glauben und du erwischt dich bei einem ziemlich sarkastischen Unterton 😉.

All das sind nachvollziehbare Versuche, mit einem unangenehmen Gefühl umzugehen, oder ihm aus dem Weg zu gehen. Trotzdem verändern sie meistens wenig, weil sie an der Oberfläche ansetzen und nicht am eigentlichen Problem.

Ein freundlicher Satz zu dir selbst wirkt selten, wenn er sich in dem Moment einfach nicht wahr anfühlt. Etwas, das du nicht glaubst, überschreibt keinen automatischen Gedanken, egal wie oft du es wiederholst. Weite Kleidung oder gelöschte Fotos verändern nicht, was du in dem Moment über dich denkst. Sie sorgen nur dafür, dass du seltener direkt damit konfrontiert wirst. Das verschiebt sich nur auf den nächsten Moment, in dem du nicht ausweichen kannst: die Umkleidekabine, das Schwimmbad, ein Foto, das jemand anderes macht und postet, bevor du es verhindern kannst.

Denn nichts daran ändert, was du über dich glaubst. Genau da setzt mein Minikurs The Mirror Shift an.

The Mirror Shift

Der Online-Kurs für Frauen, bei denen ein Blick in den Spiegel oder ein Foto von sich reicht, um den ganzen Tag zu verderben, und die ihr Leben nicht länger aufschieben wollen, bis sie endlich abgenommen haben, und trotzdem abnehmen wollen. Denn: Nicht dein Körper ist das Problem. Der Blick, mit dem du ihn ansiehst, ist es.

Warum das Gefühl nach dem Essen deinen Blick auf dich selbst verändert

Nach der Schokolade oder den Chips kommt bei vielen Frauen schnell ein schlechtes Gewissen. Das Gefühl, es schon wieder nicht geschafft zu haben. Der erneute Vorsatz, es morgen endlich besser zu machen.

Dieses Gefühl beeinflusst, wie du dich das nächste Mal im Spiegel betrachtest und macht es dir noch schwerer, dich neutral zu betrachten. Du siehst dich durch die Augen der Versagerin, die schon wieder nicht geschafft hat durchzuhalten und jetzt die Quittung dafür bekommt. Kein Wunder, dass der Bauch heute dicker ist und die Waage 0,3 kg mehr anzeigt! Dann ist es ja für heute auch egal. Ab Montag reiße ich mich dann wieder zusammen.

Du verstehst, worauf ich hinaus will 😉.

Für viele Frauen verändert sich wenig, egal wie sehr sie sich beim Essen zusammenreißen oder wie oft sie versuchen, positiv über sich zu denken. Solange du nicht an der Ursache ansetzt, drehst du dich weiter im Kreis.

Falls Verlangen nach Süßem bei dir grundsätzlich öfter ein Thema ist, unabhängig vom Anlass: Ich trinke seit über drei Jahren jeden Morgen Hajoona Balance. Mein Verlangen nach Süßem ist bereits nach dem ersten Tag deutlich zurückgegangen. Kein Ersatz dafür, dich mit den Hintergründen deines Essverhaltens zu beschäftigen, aber eine leckere Hilfe auf der körperlichen Ebene. Mehr dazu findest du bei meinen Lieblingsprodukten.

Häufige Fragen zu Körperunzufriedenheit und emotionalem Essen

Warum sind es immer der Bauch und die Oberschenkel?

Das hängt oft damit zusammen, wo du selbst am meisten Aufmerksamkeit hinlenkst, nicht damit, wo objektiv am meisten zu sehen wäre. Wenn eine bestimmte Körperstelle über Jahre immer wieder Thema war, sei es durch eigene Gedanken, Kommentare aus der Familie oder Vergleiche mit anderen, wird genau diese „Problemzone“ die Stelle, die du am kritischsten bewertest. Häufig ist es eine Stelle, die schon in der Jugend einmal kommentiert wurde, vielleicht von einem Elternteil, vielleicht von einer Mitschülerin, und die seitdem eine besondere Bedeutung behalten hat, unabhängig davon, wie sie heute tatsächlich aussieht.

Daneben können körperliche Faktoren eine Rolle spielen. Unsere Hormone beeinflussen, an welchen Stellen wir vermehrt Fett speichern. Bauchübungen hingegen weniger 😉. Psychische Aufmerksamkeit und körperliche Realität verstärken sich in solchen Fällen gegenseitig.

Warum fühle ich mich auch nach dem Abnehmen im Spiegel nicht automatisch besser?

Weil sich das, was du über dich glaubst, nicht durch dein äußeres Erscheinungsbild verändert. Wer über Jahre trainiert hat, zuerst die Problemzonen zu suchen, macht das auch bei einem schlankeren Körper. Solange in dir der Glaube schlummert, dass du nicht richtig oder gut genug bist, wirst du Beweise dafür finden. Wenn es nicht mehr der Bauch ist, findet sich etwas anderes.

Warum trifft mich ein einzelner Kommentar von meiner Mutter oder einer Kollegin so stark?

Was wirkt, ist weniger der Kommentar an sich, sondern das, was du daraus machst. Wenn uns etwas, was jemand anderes über uns sagt, sehr verletzt und lange beschäftigt, dann ist es häufig etwas, das wir auch selbst über uns glauben.

Ein Satz wie „Du hast aber zugenommen“ wirkt bei jemandem, der mit seinem Körper im Reinen ist, ganz anders als bei jemandem, der sowieso schon jeden Tag vor dem Spiegel mit sich hadert. Was ihn so schwer macht, ist meist die Unsicherheit, die schon vorher da war.

Warum werde ich richtig wütend, wenn jemand mir sagt, ich solle mich doch einfach so lieben, wie ich bin?

Weil dieser Satz so klingt, als wäre die Lösung eine einfache Entscheidung, die du bisher nur nicht getroffen hast. Das übergeht, wie viel in dir in so einem Moment tatsächlich passiert, wenn du in dem Augenblick so streng mit dir bist. Kein Wunder, dass sich etwas in dir gegen diese Vereinfachung wehrt. Die Wahrheit ist für dich komplizierter als ein einzelner Satz.

Fazit: Du darfst dir Veränderung wünschen, ohne dich abzulehnen

Ein Blick in den Spiegel dauert vielleicht zwei Sekunden. Was er in dir auslöst, kann trotzdem den ganzen Tag mitbestimmen und sich am nächsten Tag wiederholen. Oft entsteht daraus ein Teufelskreis aus negativen Gedanken über dich selbst und emotionalem Essen.

Du kannst diesen Teufelskreis durchbrechen, indem du verstehst, was dahinter steckt. Du darfst anfangen, dich selbst mehr zu mögen. Und trotzdem etwas verändern wollen. Oder gerade deswegen. Und genau dabei unterstütze ich dich.

🦋 Mein Minikurs The Mirror Shift hilft dir, wenn ein Blick in den Spiegel oder ein Foto von dir reicht, um deinen ganzen Tag zu ruinieren.

🦋 Wenn du tiefer verstehen willst, was hinter deinem emotionalen Essen insgesamt steckt: Das Food&Feelings Onlineprogramm begleitet dich mit einem traumasensiblen Ansatz dabei, die Ursachen hinter deinem Essverhalten wirklich zu verstehen und einen entspannteren Umgang mit Essen zu finden.

🦋 Wenn du dir persönliche Begleitung wünschst und weißt, dass du individuelle Unterstützung brauchst, kannst du dich gerne für ein 1:1-Coaching melden.

Ich freu mich, dich kennenzulernen 🙃

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